Modern

Jedes Zeitalter hält sich für das moderne, aber dieses ist es tatsächlich

 

The invention of love (1876)  in The Master Switch (Tim Wu, 2012) S. 20

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Selbstbestimmung

„Der erfolgreiche Hamburger Kaufmann ging nicht vor zehn Uhr ins Kontor“, sagt Priddat, „und um zwölf spazierte man zum Mittagessen. Darauf war man stolz.“ Denn das bedeutete: „Der hat seinen Laden im Griff und die besten Leute.“

 

Wolf Lotter, brand eins, Ausgabe 01/2015 

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Wir werden zu Tode geprüft

Sehr ungerne erinnere ich mich an die letzten Semester meines Studiums, vor allem das Vertiefungsfach Logistik zurück. Die Folienzahl der Vorlesungskripte lag im höherem dreistelligen Bereich. Die Prüfungen waren dementsprechend gefürchtet unter den Studenten. Die Klassiker der gefürchteten Fächer waren und sind es vermutlich immer noch: Qualitätsmanagement, Logistik, Informatik und Projektmanagement. Informatik? Das Fachgebiet, bei dem es eher darauf ankommt, logisch zu denken und ein Gefühl für das Herangehen an Probleme zu entwickeln? Ja. Das Fachgebiet. Es hieß Ohren anlegen und auswendig lernen, bis die Augen bluten. Es gab nur wenige Prüfungen, in denen das reine Auswendiglernen von Listen, Definitionen oder Diagrammen nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Ob du ein guter Logistiker oder Projektmanager bist, bemisst sich weniger nach deiner Fähigkeit zum analytisches Denken,  deinem Abstraktionsvermögen oder dem Erkennen von Zusammenhängen. Derartige Skills waren nur von untergeordneter Bedeutung. Wenn du vorgegebene Texte auswendig lernen und möglichst exakt wiedergeben kannst, wird das mit guten Noten honoriert, wodurch du alles andere kompensieren konntest. Es war wie das Gedicht-Aufsagen in der Grundschule – nur in einem größeren Maßstab.

Und nun erkennt endlich auch ein Professor, dass Auswendig lernen irgendwie nicht sehr nützlich ist.

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Zurück in die Vergangenheit

„Ab 2016 muss jede verwendete Quelle in einem Vorlesungsskript seitenweise einzeln an die VG-Wort gemeldet und bezahlt werden. Sogar wenn das Skript passwortgeschützt nur einem kleinen Hörerkreis zugänglich ist.“

03.11, 2015 – Techniktagebuch

Ich habe keine Ahnung, was damit bezweckt werden soll, aber wenn das das Ende von 500-seitigen Vorlesungsskripten sein wird, ist es mir nur recht.

 

 

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Grundeinkommen / Automatisierung

Spricht man über das Bedingungslose Grundeinkommen, ist es eines der am häufigsten genannten Gegenargumente, dass die Menschen weniger arbeiten gehen würden und wichtige Aufgaben nicht erledigt werden können.

In einer anderen Debatte, die ebenfalls in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, geht es um die Automatisierung in der Industrie. Diese wird grundsätzlich als Bedrohung angesehen, da sie „mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland bedroht„.

Ich fasse also zusammen: Die Automatisierung und das Bedingungslose Grundeinkommen funktionieren nur miteinander. Ich kann das akzeptieren.

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Kostenloser ÖPNV in Berlin

Kostenlos ist insofern nicht richtig, da Kosten weiterhin anfallen werden. Genauer geht es darum, eine Umlagefinanzierung zu untersuchen. Was also geschieht, wenn die Kosten des ÖPNV nach verschiedenen Schlüsseln von anderen als den tatsächlichen Fahrgästen übernommen werden?

Aus wissenschaftlicher Sicht kann die Arbeit als Desaster betrachtet werden. Der schriftliche Teil wurde mit einer 3,7 bewertet, die Verteidigung nach dem ersten erfolglosen Versuch mit einer 4,0. Ein Hauptkritikpunkt war, dass der Autor mit keinem Wort die Kosten für zusätzliche Investitionen erwähnt, die nötig wären, um den steigenden Fahrgastzahlen zu begegnen. Dennoch enthält die Arbeit einige interessante Informationen zum ÖPNV-System in Berlin, zum Verkehr allgemein oder zu den Auswirkungen ticketfreier ÖPNV-Systeme. Wer möchte, kann sich selber vom Informationsgehalt überzeugen.

 

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Fernsehen.

<Fernseher an>

NTV. Breaking News. Fußballer geschockt. Aha. Es werden Screenshots von Facebook und Twitter mit Kondolenzbekundungen für die Opfer von Flug ‪#‎4u9525‬ gezeigt. Am Ende erwähnt der Moderator etwa 12 mal, dass man übrigens auf ntv.de immer bestens informiert ist. Brechreiz unterdrückt und umgeschaltet.

DMAX. Doku über Trucker in Australien. Voller Viehtransporter mit 70 Schafen. Ein Schaf ist gestürzt. Der Trucker fingert durch das Gitter in der zusammengepressten Schafsmenge herum und zerrt am gestürzten Schaf um es zum Aufstehen zu bewegen. Gestaltet sich schwierig, da kaum Platz auf der Ladefläche. Möchte wohl dafür gefeiert werden, dass er die x-stündige Fahrt nicht starten will, bevor wirklich alle Schafe stehen.
Schnitt. Schwertransporter-Konvoi fährt die Westküste hoch. Vorhut erklärt per Funk, dass ein angefahrenes und noch lebendes Känguru auf der Straße liegt. Schwerlastzug überfährt das Känguru. „Das war alles was ich tun konnte.“ erklärt der Fahrer voller Mitgefühl.

<Fernseher aus>

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MacOs – verhindern, dass die Anwendung in den Vordergrund kommt?

Vielleicht gehörst du auch zu den Nutzern, die sich daran stören, dass Anwendungen ungewollt in den Vordergrund drängeln. Manchmal ist man mit einer Anwendung A beschäftigt und dort gerade am tippen und sendet die Tastatureingabe dann ungewollt an die sich „vordrängelnde“ Anwendung B.

Bisher kenne ich leider keine Möglichkeit, dieses Verhalten global zu deaktivieren. Es ist aber möglich, dieses Verhalten je Anwendung zu kontrollieren (Quelle):

1. Öffne den Paketinhalt der Anwendung (Rechte Maustaste für Kontextmenü – Paketinhalt anzeigen)

2. Im Verzeichnis „Contents“ die Datei Info.plist mit einem Text-Editor öffnen

3. Füge folgende Zeilen direkt nach <dict> ein:

<key>LSBackgroundOnly</key>
<string>True</string>

 

Der Nachteil dieser Methode ist, dass die „Code Signatur“ der Anwendung durch derartige Änderungen zerstört wird. Das fällt dir dann auf, wenn das Programm z.B. Systemereignisse aktiviert, wie z.B. die Firewall, und dann nach der Berechtigung für diese nun „unsignierte“ Anwendung gefragt wird. Es ist außerdem möglich, dass diese Methode nicht bei allen Anwendungen funktioniert. Eine zweite Möglichkeit bietet das Terminal-Kommando open. Startest du eine Anwendung mit open und dem Parameter-Flag -g, bleibt diese Anwendung ebenfalls im Hintergrund, bist du sie explizit aktivierst:

open -g /Applications/Mail.app

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Stilblüten im deutschen Recht, Teil 42:

Stilblüten im deutschen Recht, Teil 42: Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden (§ 23 Abs. 1 a StVO):

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.

Was erlaubt ist:

1: Ein iPod während der Fahrt mit einer Hand nutzen. (vgl:burhoff.de)

2: Ein Festnetz-Mobilteil während der Fahrt mit einer Hand nutzen. (vgl.wkdis.de)

Bisher ungeklärt:

1: Was ist, wenn ich mein mobiles Navigationsgerät während der Fahrt mit einer Hand nutze? (vgl. iww.de)

2: Was ist, wenn ich das Handmikrofon eines verbauten Funktelefons nutze?

3: Was ist wenn ich iPod und iPhone verbinde (Tethering) und dann telefoniere?

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Stell dir vor…

… du bist Tischler und stellst Parkbänke aus Eichenholz und Stahl her. Deine Heimatstadt beauftragt dich, die ganze Stadt mit Parkbänken auszurüsten und bezahlt deinen Arbeits- und Materialaufwand und noch etwas mehr. Noch Jahre später nutzen die Menschen in der ganzen Stadt deine Parkbänke.

Stell dir vor, du bist Software-Entwickler und vor einigen Jahren hast du für die Controlling-Abteilung eines sehr großen Unternehmens eine Software entwickelt, mit der man große Zahlen zusammenrechnen kann. Das Unternehmen hat dich dafür entlohnt. Mittlerweile nutzt das ganze Unternehmen deine Software.

Stell dir vor, du bist Fotograf und eine Zeitschrift hat dich damit beauftrag, bei einem wichtigen Ereignis Aufnahmen zu machen, damit die Zeitschrift diese veröffentlichen darf. Die Zeitschrift bezahlt dich dafür und noch Jahre später finden sich deine Fotos in der Öffentlichkeit wieder.

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