Kategorie: Gesellschaft & Internet

Sozialbetrug und Flüchtlinge

tl;dr

Sozialbetrug ist ein Volkssport bei dem nur das Volk mitmischen darf. Auch wenn der Schaden durch „Sozialbetrug“ in die Millionenhöhe geht, ist er im Vergleich mit anderen unnötigen Ausgaben vergleichsweise gering. Der Anteil, den Ausländer oder sogar Flüchtlinge liegt zudem bei einem Bruchteil. Hätten Flüchtlinge eine Lobby, wäre der Sozialbetrug kein Thema. So lässt er sich aber wunderbar in den Medien verkaufen. lese den ganzen Beitrag…

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Bonuszahlungen – CitiGroup, Deutsche Bank und Volkswagen

In 2012 hieß es noch, dass die Aktionäre der Citigroup in einer Abstimmung gegen das System aus Bonuszahlungen revoltieren. Der Vorstandschef Vikram Pandit sollte eine Bonuszahlung von 15 Mio. USD erhalten. In dem Bereich nichts besonderes. Nur war diese Abstimmung eben nicht bindend. Pandit trat im Oktober 2012 übrigens zurück. Ihm scheint es aber auch nicht schlecht ergangen zu sein. Bloomberg errechnet, dass Pandit insgesamt während seiner Zeit bei der CitiGroup über 260 Mio. USD erhalten habe. Für 2012 erhielt er nach seinem Ausscheiden eine Vergütung in höhe von 6,7 Mio. USD.

Bonuszahlungen bei der Deutsche Bank

Der Deutschen Bank erging es in 2016 ähnlich. Auch hier stimmten die Aktionäre gegen ein besonderes Anreizsystem, nachdem Manager Extraprämien erhalten, wenn ihr Geschäftsbereich „gut läuft“. John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, trat sein Amt in 2015 mit den folgenden Worten an: „Ich denke, dass die Leute in Banken zu viel Geld bekommen.“

Er erhält pro Jahr ein Grundgehalt von 3,8 Mio. Euro. Die Extraprämie könnte bis zu 12,5 Mio. Euro betragen. Auch dieses Votum ist nicht bindend. Allerdings entschied man im Januar 2017, dass es für 2016 keine Bonuszahlungen geben würde. Die jährlichen Personalkosten, inklusive Bonus, werden bei der Deutschen Bank auf 10,5 Mrd. Euro geschätzt. In 2010 zahlte man 4,3 Mrd. Euro an Boni aus, in 2015 nur noch 2,4 Mrd. Euro.

Volkswagen und der Abgasskandal

Die Bonus-Diskussion trifft auch den größten deutschen Autobauer Volkswagen. Nach dem Abgasskandal sank der Gewinn von 11 Mrd. Euro in 2014 auf ein Verlust von 1,6 Mrd. Euro in 2015. Das sind über 12 Mrd. Euro. Grund genug, weltweit etwa 30.000 Stellen zu streichen. Wobei man aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und laufende Verträge auslaufen lassen will. Zum Vergleich: In 2016 haben Bund, Länder und Gemeinden einen Überschuss von 23,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Nun will man 30% des Bonuszahlungen an das Management einbehalten. Um sie in Aktien zu parken und in drei Jahren ggf. auszuzahlen.

Ergo – Was wird sich ändern?

Was heißt das nun? Die Bonuszahlungen in den verschiedenen Branchen werden oft und viel kritisiert. Es tut sich aber nicht wirklich was. Natürlich muss ich eingestehen, dass nur ein vernünftiges Gehalt, von mir aus auch in Millionenhöhe, fähige Manager bindet, verantwortungsvoll zu handeln um die Jobs von vielen Menschen zu sichern. Nur genau das passiert nicht. Bisher ohne Folgen. Erst ab 2017 soll zumindest für die Finanzbranche die Regelung gelten, dass ausgezahlte Boni zurückgenommen werden können.

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ClickBait haschen mit Ausländeranteilen

Bei spiegel.de heißt es nun also, der Ausländeranteil der betroffenen Schule liegt bei 98,2%. Nur 3 der 170 Schüler sind Deutsche. Da die Schule offiziell aktuell ca. 180 Schüler zählt, kann der Beitrag nicht sonderlich aktuell sein. Interessanter ist allerdings die Wortwahl. So heißt es bei spiegel.de „Ausländer“, während die Schule von Schülern mit „Migrationshintergrund“ spricht. Offiziell sind Menschen mit Migrationshintergrund jene,

  • die nach 1949 nach Deutschland gekommen sind,
  • in Deutschland geborene Ausländer und
  • in Deutschland geborene Deutsche, bei denen wenigstens ein Elternteil nach 1949 zugewandert ist.

Ein Ausländer ist jemand, der seinen Hauptwohnsitz nicht in Deutschland hat oder eben jemand ohne die deutsche Staatsangehörigkeit.

Aber gut, ich will mich nicht mit Wortklauberei aufhalten. Interessanter ist die blumige Wortwahl. Denn man weiß zu berichten, dass die Menschen früher nach Billbrook kamen,  um im Grünen zu flanieren.Der Name der Grundschule, am „Billbrookdeich“, ist gar romantisch.

Doch genau genommen ist die Gegend dort gar nicht so romantisch. Im 2. Weltkrieg wurde Billbrook durch alliierte Bomben sehr stark zerstört. Aufgrund eines Chemieunfalls beim Industrieunternehmen Boehringer Anfang der 1980er Jahre kam es zu einer starken toxischen Belastung des Bodens, die bis heute anhält. Seit 1994 gibt es in der nahegelegenen Borsigstraße eine Müllverbrennungsanlage, in der bis zu 300.000 Tonnen Müll pro Jahr verbrannt werden.

Und glaubt man dem Hamburger Abendblatt, prägten bereits  in den 1990er Jahren Ratten, Kakerlaken und brennender Müll das romantische Stadtbild in der Berzeliusstraße. Nur einen Katzensprung von der heute so geplagten Grundschule entfernt.

Clickbait in a nutshell.

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Lehrstück in Manipulation: Der heiße Kaffee von McDonalds

Ja und Nein. Die alte Dame, um die es hier geht, ist die 2004 verstorbene Stella Liebeck. Anfang der 1990er Jahre saß sie auf dem Beifahrersitz eines alten Ford Probes von ihrem Enkel. Ein Auto ohne Getränkehalter. So hielt sie jenen berühmten Kaffeebecher zwischen ihren Beinen fest, um ihn zu öffnen und Milch und Zucker dazuzugeben. Dabei verschüttete sie den Kaffee, der von ihrer Stoffhose aufgesaugt wurde und für starke Verbrühungen sorgte. Zwischen 6 und 16% ihres Körpers wiesen daraufhin Verbrennungen dritten Grades auf und es kam zu einer Hauttransplantation.

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800 Euro oder 42 Millionen Euro

Seit 2010 lief die Entwicklung, die nun im Dezember 2016 eingestellt wurde. Im Durchschnitt floßen also 7 Millionen Euro jedes Jahr an „externe Spezialisten“. Das sind pro Monat über 580.000 Euro. Für ein Projekt in der Softwareentwicklung. Es ist nicht leicht nachzuvollziehen, welche Art von Spezialisten dort für diese Summe tätig waren. Und warum das ganze am Ende doch gescheitert ist. Ich hätte das Projekt in der halben Zeit für 10 Mio. Euro in den Sand gesetzt. Aber mich fragt ja niemand. Ich muss selber fragen und suchen.

Wie auf einer der zahlreichen Plattformen für Freelancer, twago.de. Dort wurde heute ein Projekt eingestellt, bei der es um die Anpassung einer WordPress-Webseite geht: www.goetz-box.de. Laut Impressum und offensichtlich gehört diese zu dem großen Modeunternehmen gebrüder götz mit einem Jahresumsatz von über 80 Mio. Euro.

Das Budget für das Projekt: 800 bis 1.500 Euro.

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Digitalisierung und der Arbeitsmarkt

Für ihn ist das Bedingungslose Grundeinkommen eine Lösung um die Folgen der Digitalisierung abzufangen, allerdings nur ein vorübergehender „Puffer für die Transformationsphase“. Dass die „menschliche Arbeit […] immer weniger Anteil an der Produktivität“ hat (Yvonne Hofstetter), lässt sich auf die Digitalisierung und Automatisierung zurückführen. Das stört den Wirtschaftlich-Kreislauf zwischen Arbeit, Steuern und Konsum erheblich.

Money Quote:

  • bis 2025 verschwinden 1, 5 Mio. traditionelle Arbeitsplätze als Folge der Digitalisierung

 

via: Folgen der Digitalisierung: Siemens-Chef sieht bedingungsloses Grundeinkommen als „unvermeidlich“ (Melanie Petersen, 21.11.2016, t3n.de)

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Modern

Jedes Zeitalter hält sich für das moderne, aber dieses ist es tatsächlich

 

The invention of love (1876)  in The Master Switch (Tim Wu, 2012) S. 20

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Selbstbestimmung

„Der erfolgreiche Hamburger Kaufmann ging nicht vor zehn Uhr ins Kontor“, sagt Priddat, „und um zwölf spazierte man zum Mittagessen. Darauf war man stolz.“ Denn das bedeutete: „Der hat seinen Laden im Griff und die besten Leute.“

 

Wolf Lotter, brand eins, Ausgabe 01/2015 

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Wir werden zu Tode geprüft

Die Folienzahl der Vorlesungskripte lag im höherem dreistelligen Bereich. Die Prüfungen waren dementsprechend gefürchtet unter den Studenten. Die Klassiker der gefürchteten Fächer waren und sind es vermutlich immer noch: Qualitätsmanagement, Logistik, Informatik und Projektmanagement. Informatik? Das Fachgebiet, bei dem es eher darauf ankommt, logisch zu denken und ein Gefühl für das Herangehen an Probleme zu entwickeln? Ja. Das Fachgebiet. Es hieß Ohren anlegen und auswendig lernen, bis die Augen bluten. Es gab nur wenige Prüfungen, in denen das reine Auswendiglernen von Listen, Definitionen oder Diagrammen nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Ob du ein guter Logistiker oder Projektmanager bist, bemisst sich weniger nach deiner Fähigkeit zum analytisches Denken,  deinem Abstraktionsvermögen oder dem Erkennen von Zusammenhängen. Derartige Skills waren nur von untergeordneter Bedeutung. Wenn du vorgegebene Texte auswendig lernen und möglichst exakt wiedergeben kannst, wird das mit guten Noten honoriert, wodurch du alles andere kompensieren konntest. Es war wie das Gedicht-Aufsagen in der Grundschule – nur in einem größeren Maßstab.

Und nun erkennt endlich auch ein Professor, dass Auswendig lernen irgendwie nicht sehr nützlich ist.

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Zurück in die Vergangenheit

„Ab 2016 muss jede verwendete Quelle in einem Vorlesungsskript seitenweise einzeln an die VG-Wort gemeldet und bezahlt werden. Sogar wenn das Skript passwortgeschützt nur einem kleinen Hörerkreis zugänglich ist.“

03.11, 2015 – Techniktagebuch

Ich habe keine Ahnung, was damit bezweckt werden soll, aber wenn das das Ende von 500-seitigen Vorlesungsskripten sein wird, ist es mir nur recht.

 

 

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