Kategorie: Jenes & Welches

ClickBait haschen mit Ausländeranteilen

Bei spiegel.de heißt es nun also, der Ausländeranteil der betroffenen Schule liegt bei 98,2%. Nur 3 der 170 Schüler sind Deutsche. Da die Schule offiziell aktuell ca. 180 Schüler zählt, kann der Beitrag nicht sonderlich aktuell sein. Interessanter ist allerdings die Wortwahl. So heißt es bei spiegel.de „Ausländer“, während die Schule von Schülern mit „Migrationshintergrund“ spricht. Offiziell sind Menschen mit Migrationshintergrund jene,

  • die nach 1949 nach Deutschland gekommen sind,
  • in Deutschland geborene Ausländer und
  • in Deutschland geborene Deutsche, bei denen wenigstens ein Elternteil nach 1949 zugewandert ist.

Ein Ausländer ist jemand, der seinen Hauptwohnsitz nicht in Deutschland hat oder eben jemand ohne die deutsche Staatsangehörigkeit.

Aber gut, ich will mich nicht mit Wortklauberei aufhalten. Interessanter ist die blumige Wortwahl. Denn man weiß zu berichten, dass die Menschen früher nach Billbrook kamen,  um im Grünen zu flanieren.Der Name der Grundschule, am „Billbrookdeich“, ist gar romantisch.

Doch genau genommen ist die Gegend dort gar nicht so romantisch. Im 2. Weltkrieg wurde Billbrook durch alliierte Bomben sehr stark zerstört. Aufgrund eines Chemieunfalls beim Industrieunternehmen Boehringer Anfang der 1980er Jahre kam es zu einer starken toxischen Belastung des Bodens, die bis heute anhält. Seit 1994 gibt es in der nahegelegenen Borsigstraße eine Müllverbrennungsanlage, in der bis zu 300.000 Tonnen Müll pro Jahr verbrannt werden.

Und glaubt man dem Hamburger Abendblatt, prägten bereits  in den 1990er Jahren Ratten, Kakerlaken und brennender Müll das romantische Stadtbild in der Berzeliusstraße. Nur einen Katzensprung von der heute so geplagten Grundschule entfernt.

Clickbait in a nutshell.

Kategorie: Gesellschaft & Internet, Jenes & Welches | Tags: , , , , , , , | Kommentieren

Lehrstück in Manipulation: Der heiße Kaffee von McDonalds

Ja und Nein. Die alte Dame, um die es hier geht, ist die 2004 verstorbene Stella Liebeck. Anfang der 1990er Jahre saß sie auf dem Beifahrersitz eines alten Ford Probes von ihrem Enkel. Ein Auto ohne Getränkehalter. So hielt sie jenen berühmten Kaffeebecher zwischen ihren Beinen fest, um ihn zu öffnen und Milch und Zucker dazuzugeben. Dabei verschüttete sie den Kaffee, der von ihrer Stoffhose aufgesaugt wurde und für starke Verbrühungen sorgte. Zwischen 6 und 16% ihres Körpers wiesen daraufhin Verbrennungen dritten Grades auf und es kam zu einer Hauttransplantation.

lese den ganzen Beitrag…

Kategorie: Gesellschaft & Internet, Jenes & Welches | Tags: , , , , , | Kommentieren

Kostenloser ÖPNV in Berlin

Aus wissenschaftlicher Sicht kann die Arbeit als Desaster betrachtet werden. Der schriftliche Teil wurde mit einer 3,7 bewertet, die Verteidigung nach dem ersten erfolglosen Versuch mit einer 4,0. Ein Hauptkritikpunkt war, dass der Autor mit keinem Wort die Kosten für zusätzliche Investitionen erwähnt, die nötig wären, um den steigenden Fahrgastzahlen zu begegnen. Dennoch enthält die Arbeit einige interessante Informationen zum ÖPNV-System in Berlin, zum Verkehr allgemein oder zu den Auswirkungen ticketfreier ÖPNV-Systeme. Wer möchte, kann sich selber vom Informationsgehalt überzeugen.

 

Download als PDF

Kategorie: Jenes & Welches | Tags: , , , , , , , | Kommentieren

Ein Crash-Kurs in Piraterie

Das Original stammt von trueactivist.com und ich habe mal versucht, es möglichst sinnvoll zu übersetzen. Einige „Schlussfolgerungen“ sind zwar ziemlich einseitig – so ist z.B. der Rückgang der Musik-Piraterie sicherlich nicht alleine Spotify und Mog zu verdanken. Insgesamt sind die Gegenüberstellungen aber ziemlich interessant.

piracycrashcource

Quelle: http://www.trueactivist.com/a-crash-course-on-the-internet-piracy-debate-infographic/music-movies-programs-piracy/

Kategorie: Gesellschaft & Internet, Jenes & Welches | Kommentieren

Der Historische-Geschichten-Baukasten

Das Original stammt wohl von zwei Studenten – Karnebogen und Jungbluth – und lief nur mit Flash. Nun gibt es den Historische-Geschichten-Baukasten auch mit JavaScript: http://bayeux.datensalat.net/

 

Schick.

Kategorie: Jenes & Welches | Kommentieren

Berliner Nacht

„Gewiss auch aus Platzmangel lagert das junge Volk gern auch tief in der Nacht auf der Fensterbank und bekakelt lautstark und in aller Länder Sprachen  den Stand jeglicher Dinge.“

Björn Wirth, Berliner Zeitung, 26./27.07.2014

Kategorie: Jenes & Welches | Kommentieren

Sommerloch bei Spiegel Online. Huch.

Ein kurzer Blick – für ein paar Sekunden – in die McDonalds-Tüte und ein zarter Schlenker nach rechts; mit etwa 100 km/h auf der Autobahn. So sieht es aus, wenn die Fussball-Weltmeisterschaft vorbei ist und Qualitäts-Journalismus auf Sommerloch trifft. Margret Hucko testet mit „batzigen“ (laut Internet „aufgeweicht, breiig“ – wtf?) Fingern die Ja-Was-Eigentlich-Qualität von FastFood, gefilmt von ihrer Kollegin Anne Martin. Denn wie jeder weiß, gibt es an deutschen Autobahnen kaum Rasthöfe oder Parkplätze, weshalb man sich natürlich auf langen Reisen regelmäßig dazu genötigt fühlt, den Burger bei McDrive zu ordern und dann – unter akrobatischen Verrenkungen – während der Fahrt zu genießen. Entschleunigung oder gar journalistischer Erziehungsauftrag sehen anders aus. Dann lugt von links noch kurz das Mikrofon der Partnerin in das Bild. Für eine zweite Szene haben wir weder Zeit noch Geld – das senden wir so. Getestet werden, wissenschaftlich sicherlich korrekt und repräsentativ: Ein Burger, Pommes Frites, Nüsse, Wasser und halb zerdrückte Kekse. „Nicht, dass ich einen Crash auf der Autobahn fürchte. Mehr Angst macht mir eine wacklige Tomate. Gleich flutscht sie vom Burger auf meinem schwarzen Faltenrock.“ (sic) Ich hoffe ich habe die Ironie dieses Satzes und des ganzen Beitrags übersehen.  Experiment nennt sich das, laut Eigenwahrnehmung. Und Margret Hucko schließt optimistisch: „das ist noch mal gut gegangen“.

Nein, ist es nicht.

Kategorie: Gesellschaft & Internet, Jenes & Welches | Kommentieren

Schutzengel vs. Drive

Von dem eigentlich platten Action-Anti-Kriegs-Drama mit und von Til Schweiger „Schutzengel“ hab ich ja den Großteil der Handlung, wenn es eine gab, bereits zum Ende des Filmes wieder vergessen. Im Kopf blieb nur eine nuschelnde Schweiger-Tochter und ein Schweiger-Papa mit ohne Mimik. Schade, wenn man bedenkt, für welch‘ geniale Mimen in spé das Werk das Sprungbrett hätte sein können; doch statt dessen gibt es nur Vetternwirtschaft. Aber genug genörgelt. Was mir im Gedächtnis blieb, war der Soundtrack – denn zumindest dafür hat Til Schweiger ein gutes Händchen! Besonders gefallen hat mir „Rain“ von Martin Todsharow (Amazon-Link). Vor allem diese Stelle (ab Sekunde 22): Hör mal.

Aber Momentchen mal… das hat mir doch schon mal gefallen… nur viel früher, in einem Film, der mich weitaus mehr beeindruckte (ab Sekunde 100): Hör mal.

Genau. Ein Auszug aus dem kongenialen Soundtrack zum nicht minder genialen Film „Drive“ mit Ryan Gosling, genauer von Cliff Martinez der Titel „Kick Your Teeth“ (Amazon-Link).

Ich bin verwirrt. Vielleicht ist das ja ein Standard-Sample? Oder eine gegenseitige Widmung und Ehrung der Theme-Komponisten? Oder hab ich einfach zuviel Zeit? 😉

Kategorie: Jenes & Welches | Kommentieren

Von Kleingeld und Kurzsichtigen

Als ich eben noch in der M5 sitze, auf dem Heimweg, steigt am S-Bhf. Landsberger Allee ein Mädchen ein. Voll bepackt mit einem Reiserucksack, der mit allerlei Klimbim, Tassen und Behältern an Schlaufen und Bändern von ihrer Heimat zeugt: der Straße. Mit ihr ein kleiner, weißer Jack Russel Terrier. Sie spricht die Fahrgäste an und bittet um etwas Kleingeld: Die Gruppe älterer Herrschaften, die sich eben noch über den Fahrkartenautomat mukierte. Die 3 spanischen Touristen, von denen die eine Dame Notizen über die zusteigenden Fahrgäste zu machen schien. Oder die Frau, die ihr mit Blumenmustern verziertes Halstuch schützend vor ihr Gesicht hält; und man weiß nicht, ob sie den Geruch des frisch gewaschenen Stoffes genießt oder sich vor Bakterien schützen will. Sie spricht sie alle an, für etwas Kleingeld. Dann nähert sie sich auch meinem Platz. Sie lächelt mich an, beinahe mitleidsvoll und geht stumm vorbei.

Wenn du in Berlin nicht mehr angeschnorrt wirst, siehst du entweder selber aus wie ein Bettler oder du bist kurzsichtig und das Zukneifen der Augen lässt dich grimmig und abweisend erscheinen.

Kategorie: Jenes & Welches | Kommentieren

Eine kurze Geschichte vom deutschen Gesundheitssystem

Pünktlich zum 34. Geburtstag Ende Mai erreicht mich ein Geschenk der besonderen Art von meiner Krankenkasse, der HanseMerkur:

„Spätestens mit Vollendung des 34. Lebensjahres enden die besonderen Bedingungen für Versicherte in der Berufsausbildung.“

lese den ganzen Beitrag…

Kategorie: Jenes & Welches | Kommentieren