Gehört Kaffeesatz in den Abfluss?


Kaffee wird eine schmirgelnde Wirkung nachgesagt, weshalb sich bei vielen der Mythos festgesetzt hat, dass man Kaffeesatz auch in den Abfluss der Spüle kippen kann und damit sogar noch die reinigende Wirkung der Kaffeereste ausnutzt. Dass Kaffee eine schmirgelnde Wirkung hat, ist nicht unbedingt falsch. Bereits im 19 Jahrhundert nutze man die Reste um damit Nachtgeschirr oder braune Fußböden „abzureiben“.

Kaffeesatz gehört nicht in den Ausguss - aber wohin sonst?

Kaffeesatz gehört nicht in den Ausguss – aber wohin sonst?

Daraus kann man aber nicht schließen, dass die Kaffeereste auch helfen, Abflussrohre zu reinigen. Hier wird z.B. empfohlen, den Kaffeesatz mit viel heißem Wasser in den Abfluss zu kippen und nach frühestens einer Stunde mit zwei Liter heißem Wasser nachzuspülen. Angeblich sollte der Prozess Rückstände und Fette abschmirgeln.

Dass das der falsche Weg ist, bestätigt Ralph Sluke vom Verband Deutscher Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen. Demnach verbindet sich der Kaffeesatz mit den Ablagerungen und Fetten und verhärtet am Ende sogar. Wenn der Abfluss komplett zu ist, hilft also nur ein Pömpel oder gar der Klempner. Vorbeugen lässt sich das, wenn man den Abfluss in regelmäßigen Abständen mit heißem Wasser durchspült. Denn das löst die Fette auch und ist besser für die Umwelt, als chemische Rohreiniger.

Wie kann man den Kaffeesatz entsorgen?

Reinigen mit Kaffeesatz

Es liegt nahe, dass man den restlichen Kaffee in den Restmüll gibt. Wenngleich man damit keine verstopften Rohre befreien kann, gibt es doch einige Möglichkeiten zur weiteren Verwendung.
So kann das bräunliche Pulver als Reinigungsmittel für Oberflächen, wie z.B. das Grillrost genutzt werden. Im Kamin der feuchte Kaffeerest genutzt werden, um die Asche zu binden. Außerdem lassen sich damit Kochplatten reinigen, wenn es sich nicht um Ceran- oder Glaskeramikplatten handelt.

Kaffeesatz zum Düngen nutzen

Die abgekühlten Kaffeereste enthalten neben Koffein auch Stickstoff, Kalium und Phosphor und eigenen sich damit wunderbar als Düngemittel für Pflanzen. Stickstoff regt das Wachstum der Blätter an, Phosphor fördert die Bildung der Blüten und die Fruchtreife und Kalium schließlich ist wichtig für den Aufbau der Zellen und die Pflanzenstabilität. Vorsicht ist allerdings bei Setzlingen und Zimmerpflanzen geboten. Setzlinge vertragen das, wenngleich nur gering dosierte, Koffein nicht. Bei Zimmerpflanzen muss der Kaffeesatz unbedingt gut getrocknet und eingearbeitet werden, um Schimmel zu vermeiden. Außerdem muss darauf geachtet werden, Zimmerpflanzen nicht zu überdüngen.

Außerdem zieht die Koffeein-Reste im Kaffeesatz Regenwürmer an. Auf dem Kompost sorgen diese dafür, dass die anderen Bioabfälle zersetzt werden, im Garten lockern Regenwürmer den Boden auf.

Kaffeereste als Kosmetik

Auch für das äußerliche Wohlbefinden können die Reste der Kaffeezubereitung nützlich sein. So kann man den Kaffeesatz als Shampoo für die Haare nutzen. Dies soll für ein voluminöses und volles Haar sorgen – allerdings mit den Nachteil, dass das Kaffeepulver dann auch wieder in den Abfluss gelangt! Kombiniert mit Öl kann Kaffee auch als anregendes Peeling verwendet werden. Angeblich soll das noch warme Pulver mit Folie für 10 bis 15 Minuten um die Oberschenkel gewickelt sogar ein wirksames Hausmittel gegen Cellulitis sein.

Kaffee gegen Ungeziefer

Getrocknete Kaffeereste funktionieren wunderbar als schonende Blockade gegen Schnecken und Ameisen. Schnecken können sich auf den Pulverresten nur schwer fortbewegen und die Koordination der Ameisen untereinander wird gestört, da das Pulver deren Duftspuren neutralisiert.

Kaffee zum Neutralisieren von Düften

Schließlich hat frischgemahlener Kaffee auch eine neutralisierende Wirkung auf Düfte bzw. Gestank. Die große Oberfläche des Pulvers kann so den Geruch von z.B. Käse im Kühlschrank regelrecht „verschlucken“. Ein kleines Schälchen im Kühlschrank reicht bereits aus um üble Gerüche zu entfernen.

Fazit

Der Kaffeesatz kann vielfältig genutzt werden, nur nicht als Rohrreiniger. Das Unternehmen Kaffeeform sammelt übrigens Kaffeereste aus der Berliner Gastronomie ein und produziert daraus Kaffeetassen.